Wir brauchen Inklusion von Anfang an. Dies bedeutet Kinder mit Behinderung von der ersten Stunde an teilhaben zu lassen. Sie können ganz selbstverständlich Krippen, Kitas, Schulen besuchen. Hiervon profitiert nicht nur das Kind mit Behinderung sondern ALLE. Es entsteht ein ganz selbstverständliches Miteinander und ganz nebenbei werden die „Barrieren in den Köpfen“ gar nicht erst aufgebaut.
Warum ist Teilhabe für den Kreis Mainz-Bingen wichtig?
Es macht den Landkreis bunter und vielfältiger. Mainz-Bingen ist ein Kreis, der viele Möglichkeiten eröffnet von Freizeit über Sport bis hin zur Kunst. Es sollte zum Selbstverständnis werden, das jeder hieran teilhaben kann. Sollte es aus irgendeinem Grund doch mal nicht möglich sein, sollte man immer ein offenes Ohr haben und bereit sein auch unkonventionelle Wege zu gehen.
Was bedeutet Teilhabe ganz praktisch im Leben der Menschen mit Beeinträchtigungen?
Gans selbstverständlich an Angeboten teilnehmen können, wie jeder andere Bürger auch.
Stoßen die Wünsche nach Inklusion an ihre Grenzen, woran liegt das und in welcher Form?
Sehr oft mangelt es an der notwendigen Ausstattung mit finanziellen Mitteln, aber manchmal wird sich auch gerne dieses Arguments bedient, um sich gar nicht mit den Fragestellungen auseinanderzusetzen, denen Menschen mit Behinderungen sich tagtäglich stellen. Ganz oft wird auch übersehen, dass auch andere Zielgruppen von den Veränderungen profitieren z.B. beim Thema Barrierefreiheit. Ein stufenloser Zugang in öffentlichen Gebäuden, dem öffentlichen Nahverkehr erleichtert auch Nutzern von Rollatoren, Familien mit Kinderwagen das Leben. Denkt man den barrierefreien Ausbau von Beginn an mit, ist er nur unwesentlich teurer.
Wie kann jede und jeder einzelne daran mitwirken?
Wenn viele Akteure, an vielen Orten, viele kleine Schritte tun, dann ist ein ganz großer Schritt getan:
Yvonne Bless
Beauftragte für die Belange von Menschen mit Behinderungen im Landkreis Mainz-Bingen